PMS & Peace


Wie können wir uns während unseres Prämenstruums wohler und entspannter mit uns selbst fühlen?

Auf dieser Seite finden alle, die bereits an dem Workshop "PMS & Peace" teilgenommen haben, noch teilnehmen möchten oder sich einfach für das Thema interessieren, meine Gedanken und Ansichten zu dem Thema und am Ende des Artikels wertvolle Inspirationen und Quellen um tiefer zu tauchen.

Wenn du bei einem der nächsten Termine dabei sein willst, kannst du dich hier  für den Workshop anmelden.

Und wenn du gerade lieber meiner Stimme lauschen willst, anstatt zu lesen, gibt es hier meine Podcastfolge zum Thema "Eine andere Sicht auf PMS" mit einigen zusätzlichen Gedanken.

 Prämenstruum vs. PMS

Selbstzweifel, fehlende Motivation und Überforderung durch ellenlange To-Do-Listen oder Erwartungen anderer. Dazu innere Anspannung und Gereiztheit, emotionale Achterbahnfahrten und eine überlaute, kritische Stimme, die jeden Versuch irgendwie produktiv zu sein oder einen schönen Tag zu erleben, in den Boden stampft. Was mache ich eigentlich mit meinem Leben? Was hat das alles für einen Sinn? Soll ich mich vielleicht trennen oder meinen Job kündigen? Werde ich jemals mit meiner Selbstständigkeit wirklich glücklich und erfolgreich sein? Am liebsten würde ich den ganzen Tag einfach im Bett bleiben und Videos gucken. Oder auswandern. Mein Leben radikal verändern. Alles.

Willkommen im Prämenstruum. Oder ist es doch PMS?

Aber was genau ist das eigentlich? Und wo liegt der Unterschied? Warum erlebe ich diese Phase so intensiv? Geht es anderen auch so?

Ist irgendwas falsch mit mir? Oder ist das alles ganz normal und ich lebe einfach in einer Welt, die mir sagt, dass ich anders zu sein habe?

Schauen wir uns das mal genauer an.

Das Prämenstruum ist die natürliche Phase kurz vor der Menstruation und kann unterschiedlich lang dauern. Nach meinem Verständnis ist sie eine eigene Phase am Ende der Gelbkörperphase, einige setzen sie auch damit gleich. Die Gelbkörperphase (auch Luteal- oder Sekretionsphase genannt) beginnt mit dem Eisprung, sobald sich aus der geplatzten Eihülle der Gelbkörper gebildet hat und dieser das Hormon Progesteron produziert. Sie kann etwa 10-16 Tage lang sein und endet mit Einsetzen der Menstruation. Die Prämenstruum beschreibt für mich die Phase, wenn der Gelbkörper langsam degeneriert und somit weniger Progesteron gebildet wird. Die Phase der "Tage vor den Tagen" kann etwa 3-7 Tage dauern.

Das Prämenstruum ist dabei nicht gleichzusetzen mit dem Begriff "PMS".

Meiner Ansicht nach ist es wichtig zu unterscheiden, ob das was ich fühle einfach Zeichen der natürlichen Vorgänge in meinem Körper sind oder ob ein hormonelles Ungleichgewicht vorliegt, welches in stark ausgeprägter Form für viele Menschen eine erhebliche Belastung und einen erhöhten Leidensdruck bedeuten kann.

Wenn eine menstruierende Person kurz vor ihrer Menstruation wütend und gereizt ist, muss das nicht gleich bedeuten, dass sie "PMS" hat, sondern es kann sehr viel eher sein, dass sie auf eine gesunde Art und Weise darauf reagiert, dass ihre Grenzen übergangen wurden. Entweder von ihr selbst oder einer anderen Person. Wenn eine menstruierende Person kurz vor ihrer Menstruation empfindlich auf äußere Reize wie Lärm, Gerüche oder Licht reagiert, muss das auch nicht gleich heißen, dass sie "PMS" hat, sondern dass sie aufgrund ihrer natürlichen hormonellen Schwankungen sehr feine Sinne und eine erhöhte Sensibilität hat und somit vielleicht mehr Ruhe und Rückzug gebrauchen könnte.

Sind diese "Symptome" vielleicht ganz normale Eigenschaften menstruierender Menschen in der prämenstruellen Phase, die von der Gesellschaft, dem Umfeld und dem patriarchalen System unterdrückt, als "unangenehm" bewertet und somit auch von uns selbst zum großen Teil abgelehnt werden oder liegt tatsächlich eine Störung des Hormonsystems oder auf anderer Ebene vor?

Das ist manchmal gar nicht so leicht zu unterscheiden und tatsächlich glaube ich, dass das eine auch das andere bedingen kann.

Wenn ich nämlich eine negative Einstellung zu dieser Phase habe, bestimmte Gefühle nicht fühlen will, nicht im Kontakt mit meinen Bedürfnissen bin, immer versuche dem Bild und den Erwartungen anderer zu entsprechen, um anerkannt zu werden und in diesem Leistungssystem "dazuzugehören", gehe ich auch anders mit mir um.

Gönne mir weniger Ruhe, wenn mein Körper mir eigentlich Signale der Erschöpfung sendet.

Mache mir selbst Druck, obwohl sich der Stress dadurch nur noch erhöht.

Schenke mir weniger Ruhe und Auszeiten, obwohl ich eh schon schlecht schlafe.

Nehme mir kaum Zeit um mir gesunde, vollwertige Mahlzeiten zuzubereiten, obwohl mein Körper gerade jetzt einen erhöhten Nährstoffbedarf hat.

Sitze den ganzen Tag vor Bildschirmen oder lenke mich ab, obwohl in mir so viel angestaute Energie, nicht gefühlte Gefühle und wirre Gedanken sind, dass ich fast platze vor Anspannung und zum Beispiel ein erfrischender Spaziergang in der Natur Wunder bewirken könnte.

Stress, Schlafmangel, eine einseitige Ernährung und wenig Bewegung führen nicht unbedingt zu optimalen Wohlbefinden und guter Laune.

Und wenn ich ehrlich bin, weiß ich genau, was mir gut tun würde. Nur erlaube ich es mir vielleicht nicht immer. Oder ich stelle meine Bedürfnisse hinten an und nehme mir kaum Zeit für mich. Vielleicht fühle ich mich auch so fest im Griff meiner alten Gewohnheiten, dass es fast unmöglich erscheint daran etwas zu ändern. Vielleicht lehne ich innerlich auch Anteile von mir selbst ab - meine Wut, meine Trauer, meine Lust, meine Wildheit, mein Chaos - und möchte mich mit diesen "Schattenseiten" nicht auseinandersetzen, die jedoch besonders in der Gelbkörperphase an die Oberfläche dringen um bewusst gemacht und integriert zu werden.

Dabei ist es wichtig zu verstehen: mein Lebensstil und meine Einstellung zu meinem Körper und meinem zyklischen Sein wirken sich auch auf meine Hormone aus.

Christiane Northrup beschreibt, dass sich die "Weigerung, sich auf die Zyklen von Hell und Dunkel einzustellen sowie Schatten anzuerkennen und durchzuarbeiten" auf körperlicher Ebene in unregelmäßigen Zyklen, Menstruationskrämpfen oder auch PMS-Beschwerden äußern kann.

Und wenn ich nicht gelernt habe, auf meine Bedürfnisse zu achten und die Zeichen meines Körpers wahrzunehmen und zu verstehen, werde ich eher versuchen mich an mein Umfeld anzupassen, anstatt mein Umfeld so zu gestalten, dass es mir gut geht. Und das kann auf Dauer und im überhöhten Maße ganz schön anstrengend werden.

Jutta Voss, Autorin von "Das Schwarzmontabu" beschreibt PMS auch als eine "patriarchal erzeugte Krankheit".

Aber was ist, wenn meine Beschwerden so stark und häufig sind, dass es mir das Leben schwer macht und eventuell ein hormonelles Ungleichgewicht vorliegt? Was kann ich für mich tun, um diese Beschwerden zu lindern oder sogar vorzubeugen?

PMS - Das prämenstruelle Syndrom

Einige typische Symptome die bei PMS beschrieben und auch häufig in meinen Workshops und Coachings genannt werden, sind: 

      • Kopfschmerzen, Brustspannen, Unterleibsschmerzen, Schlafstörungen, Heißhungerattacken, Kreislaufprobleme, starke Müdigkeit, Wassereinlagerungen, unreine Haut, Verdauungsprobleme, Infektanfälligkeit
      • depressive Phasen, starke Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, innere Unruhe

Was ist ein Symptom?

Ein Symptom wird in der Medizin als ein Anzeichen für eine Erkrankung beschrieben. Dabei können Symptome körperliche oder psychische Beschwerden sein, die die Betroffenen selbst wahrnehmen oder sie werden bei einer ärztlichen Untersuchung festgestellt.

Was ist ein Syndrom?

Ein Syndrom dagegen bezeichnet eine Ansammlung bzw. eine Kombination von Symptomen, die gemeinsam auftreten.

Um Symptome zu lindern & die Hormone wieder ins Gleichgewicht zu bringen können wir an verschiedenen Punkten ansetzen:

  1. meinen Körper & meinen Zyklus verstehen
  2. mir meine Einstellung und mein Mindset bewusst machen und hinterfragen. Was davon habe ich aus meinem Umfeld ungefiltert übernommen? Wie sehr beeinflussen mich die Einstellungen anderer zum Thema Weiblichkeit, Menstruation & zyklisch sein? Wie gehe ich mit mir selbst um? Welche Seiten an mir lehne ich ab? Was kann ich an dieser Phase wertschätzen und dadurch meinen Fokus verändern?
  3. meinen Lebensstil auf meine Bedürfnisse abstimmen - in Bezug auf Ernährung, Bewegung, Entspannung, Schlaf, Alltagsgestaltung, Beziehungen, Umgang mit Emotionen und gelebter Spiritualität

Diese Punkte werde ich in nächster Zeit noch weiter ausformulieren. Sie sind allgemein wichtiger Bestandteil meines Wirkens und damit auch der Workshops, die ich gebe.

Positive "Symptome" des Prämenstruum

Eigentlich müsste es heißen: positive Anzeichen des Prämenstruum. Denn ein Symptom weist per se auf eine Erkrankung hin. Bei dem Prämenstruum handelt es sich jedoch nicht um eine Störung des menstruellen Zyklus, sondern um eine ganz natürliche und besondere Phase, die sich einfach durch bestimmte Zeichen bemerkbar macht. Je nachdem in welcher Kultur wir aufgewachsen sind und welche Prägungen wir hinsichtlich unserer Biologie erfahren haben, hat das, wie bereits beschrieben, auch einen maßgeblichen Einfluss auf unser Erleben und unsere Wahrnehmung des menstruellen Zyklus und vor allem der Gelbkörperphase, besonders der "Tage vor den Tagen", dem Prämenstruum.

"Historisch betrachtet ist eine Tendenz zu beobachten, nach der Abweichungen von einer idealisierten Norm als Fehlfunktion gewertet werden. Das gilt insbesondere für Menschen, die menstruieren. Weil PMS und PMDD kulturell negativ konnotiert sind, nehmen Menschen negative Symptome vor ihrer Menstruation mit größerer Wahrscheinlichkeit wahr."
Erica Avey, Artikel auf Clue

Das heißt, es macht einen großen Unterschied, wenn wir unseren Fokus verschieben und uns darüber bewusst werden, welche Anzeichen wir an uns in der prämenstruellen Phase beobachten können, die sich positiv auf unser Leben auswirken und unsere Erfahrung als menstruierende Menschen stark bereichern. 

Wie kannst du für dich selbst dieser Phase eine andere Bedeutung für dein Leben geben? Wie kannst du dich von dem alten Narrativ lösen, dass uns erzählt, dass etwas mit uns nicht okay ist, weil wir zu viel wahrnehmen, zu viel fühlen, zu sensibel sind oder unangenehme Wahrheiten aussprechen?

Wie kannst du für dich in dieser Phase da sein und dich um deine körperlichen, emotionalen und psychischen Bedürfnisse kümmern? Welche Kräfte kannst du für dich wach rufen?

 

Ich habe dir weiter unten einige Inspirationen und weiterführende Quellen zusammengestellt. 

Die Kraft des Prämenstruum & Mindset Shift

"Wild Power - Dein Zyklus als Quelle weiblicher Kraft" geschrieben von Alexandra Pope und Sjanie Hugo Wurlitzer

"Frauenkörper, Frauenweisheit. Wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wiederentdecken können" geschrieben von Christiane Northrup.

"Deconstructing Our Internal Patriarchy" im DejaBlu Podcast, Interview mit Blu und Brianna Lynn

"Die Wolfsfrau - die Kraft der weiblichen Uristinkte" geschrieben von Clarissa Pinkola Estés

"Schattenarbeit - Wachstum durch die Integration unserer dunklen Seite" geschrieben von Debbie Ford

 

Selbstliebe & Selbstannahme

"How to Actually Love Yourself and Raise Your Self-Worth" im Jilian On Love Podcast

"In 3 Schritten zu echter Selbstliebe" im happy, holy & confident Podcast

 

Emotionen

"Emotional Mastery: The Gifted Wisdom of Unpleasant Feelings" von Dr. Joan Rosenberg, Ted Talk

Hier gibt es eine ganze Sammlung an TedTalks zum Thema Emotionen

"Die Kraft des bewussten Fühlens" geschrieben von Clinton Callahan

"Learn To Digest Emotional Experiences" kraftvolle Übung von Briana Lynn auf YouTube. Achtung! Der Ton kann sehr laut werden.

"Pussy. A reclamation" geschrieben von Regena Thomashauer (Mama Gena)

In dem Buch wird unter anderem die "Swamping" Methode von Mama Gena beschrieben, die uns in den Kontakt mit unseren Gefühlen bringt - vor allem Wut, Trauer, Lust und Ekstase -  und hilft sie durch Tanz und Ausdruck wieder in den Fluss zu bringen.

Ich mag auch sehr gern den Account @itsmaggieheyes auf Instagram, dort werde viele einfache Übungen zur Beruhigung des Nervensystems gezeigt und wie wir uns in unserem eigenen Körper sicher und gehalten fühlen können.

 

Blutglucose-Spiegel regulieren

"Der Glukose-Trick" geschrieben von Jessie Inchauspé. "Schluss mit Heißhunger, schlechter Haut und Stimmungstiefs - wie man der Achterbahn des Blutzuckerspiegels entkommt - mit Selbsttest und 10 überraschenden Ernährungs-Hacks."

Auch ihr Account @glucosegoddess ist voller Inspiration und praktischen Tipps.

 

Beziehungen, Sexualität & Kommunikation

"Die Wahrheit beginnt zu zweit - das Paar im Gespräch" geschrieben von Michael Lukas Möller. Genaue Anleitung zur Erlernung des Zwiegesprächs mit Praxistipps. Eines der wertvollsten Bücher über Partnerschaft und Beziehungen, was ich kenne.

Konsens und Kommunikation lernen mit dem Wheel of Consent  

"7 Questions to Aks Yourself Before You End Your Relationship" im Jilian On Love Podcast

"Sexuelle Liebe auf göttliche Weise" geschrieben von Barry Long

"Kommt gut" geschrieben von Jüne Pla

 

*Die hier geteilten Informationen und Erfahrungen ersetzen nicht den Besuch bei einer/m Frauenärzt/in oder einer/m Heilpraktiker/in für Frauenheilkunde. Ich bin unterstützend dafür da, das vorhandene Wissen zu vermitteln, dir zu helfen, deine eigene Weisheit zu entdecken und diese in dein Leben zu integrieren.